Quintessenz

Wochenende. Zeit, sich mit Buchstaben einzudecken. Jedenfalls so lange, bis jemand kommt und die Wolken auseinanderschiebt.

Meine liebste Ansammlung von Buchstaben ist das Essay. Ihr könntet an dieser Stelle einwerfen, ich sage das aus Bequemlichkeit, denn so ein Essay zeichnet sich durch seine Kürze aus. Es ist kompakt. Das stimmt, und natürlich ist es nicht so zeitintensiv, sich einem Essay zu widmen wie…sagen wir mal…Die Arena von Stephen King; doch dadurch wird es auch gezwungen, auf den Punkt zu kommen, und dieser Umstand ist etwas, was ich sehr schätze.

Einer der besten Essayisten unserer Zeit ist Dirk Kubjuweit. Hm…Politik und Sport, mögt ihr jetzt sagen, nicht unbedingt philosophisch. Ich widerspreche euch. Herr Kubjuweit gelingt es, die Gesichter in einer Geschichte zu beleuchten, er filtert Persönlichkeiten aus einem Geflecht aus Gesellschaft, Zwängen und Tragik heraus und hält sie uns in einem Flakon entgegen.

Ich lese also die Essays, die Dirk Kubjuweit schreibt, und ich bewundere diese Art des Schreibens so sehr, dass ich mich scheue, seine Bücher zu lesen. Sein siebter Roman Angst ist vor einiger Zeit erschienen und ich schleiche um ihn herum. Ich befürchte, dass die Essenz zerstört wird. Werden Kubjuweits Gedanken nicht gestreckt? Ich habe Angst davor, dass sich das falsch anfühlt, so als würde ich meinen Espresso mit Milch verdünnen, als würde ich House of Luisa Faxas mit meinem Handy abfotografieren; so als würde ich Miasmal Smoke and the yellowed bellied Freaks mit nur einem Kopfhörer anhören.

Ein Vergleich zwischen einem Essay und einem Roman ist unfair, sagt ihr? Der Vergleich hinkt, ist völlig unangemessen und steht auch nicht zur Debatte? Danke.

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