Fragen und Antworten, eine Veröffentlichung und immer Worte.

Shane cover
Der Nebel kroch durch den Hinterhof, von oben fielen ein paar Sonnenstrahlen herab.
Shane beobachtete, wie der Reif auf den Pflanzen glitzerte. 
Es sah aus wie in einem verwunschenen Garten.
Als die Frau den Tee gebracht hatte, rührte Mark mit seinem Löffel in der Tasse.
„Shane.“ Er hob den Blick und sah sie an. „Mama hat mir von den Träumen erzählt.“
Shane erschrak. Na prima. Sie nickte langsam.
„Sie sagt auch, dass sie vorbei sind.“
Shane nickte erneut.
Mark hielt den Löffel still. „Ist es so, Shane?“
Shane schluckte. Mit einem Mal war ihr schlecht. Sie blickte wieder aus dem Fenster.
Nebel und Wunschgarten.
„Shane?“
Sie blickte den Bruder an. Dann beugte sie sich etwas nach vorn. „Ich habe sie jede Nacht.“
Mark lehnte sich zurück. Shane nahm einen Schluck aus ihrer Tasse.
Sie schwiegen. Nun schaute Mark in den verwunschenen Garten. „Wovon träumst du?“
Shane hob leicht die Schultern. Sie wusste es nicht. 
Wie sollte sie jemandem von etwas erzählen, was sie selbst nicht verstand?
Mark hatte den Kopf gewandt. „Wen siehst du in den Träumen?“
Shane senkte den Blick. Sie fuhr mit den Augen das Muster auf dem Tisch nach. 
Ein riesiges Astloch hatte einen Wirbel in das Holz gezeichnet. „Es ist dunkel. Es ist …eine Straße. 
Oder ein Weg. Zwischen lauter Häusern. Es sind viele Leute da. 
Sie stehen da. Dann drehen sie sich zu mir um. Dann sagen sie etwas. Immer dasselbe.“
Mark blickte seine Schwester an.
Shane schaute in den Garten.
Ein Satz.
Immer derselbe.
 Willst du es wirklich wissen? 

Es kribbelt wieder. Nächste Woche, am 10.Juli erscheint mein zweiter Roman „Shane-Das erste Jahr“, und damit der Auftakt meiner ersten Trilogie.

Besonders freue ich mich auch auf die Lesungen, ich bin immer wieder überrascht über das Leseverhalten der Kinder und Jugendlichen, und ich bin jetzt schon gespannt darauf, wie das Ebook Format ankommt.

Da also das Schreiben neben der Werbung zurzeit absolut im Vordergrund steht, möchte ich mich heute auch bei Jasmin bedanken, die mir elf Fragen rund ums Schreiben gestellt hat. Hier sind meine Antworten…

1.      Wie lange schreibst Du schon und was hat Dich zum Schreiben eigener Geschichten motiviert?

Seit 2003 schreibe ich konsequent und mit dem Wunsch zu veröffentlichen. Für die Motivation hole ich mal weit aus: Meine Mama erzählt mir immer wieder, wie ich schon als Kind von Büchern enttäuscht war, bis zu Aussagen: Das kann ich besser. Klingt vielleicht vermessen, doch rummeckern und nichts tun geht gar nicht. Mit immer mehr Lesern wächst natürlich die Motivation. Das Schreiben an sich ist aber auch ein Prozess, auf den ich nie mehr verzichten könnte, es gehört einfach zu meinem Leben und zu meiner Persönlichkeit. Selbst, wenn ich nicht veröffentlichen würde, ich würde immer schreiben. Wollen und müssen.

2.      Kannst Du grundsätzlich überall und jederzeit schreiben oder benötigst Du dafür ein bestimmtes Ambiente, eine besondere Musik etc.?

Jederzeit bestimmt, aber überall…Ich denke nicht. Zurzeit schreibe ich in einem flauschigen Ohrensessel. Und immer am PC. Geräusche, die ablenken? Bloß nicht! Auch wenn ich sonst nicht ohne Musik kann, in diesem Fall ist sie ein Störfaktor.

3.      Welche Attribute machen für Dich einen guten Film- oder Romanhelden (männlich/weiblich) aus und welcher fällt Dir spontan ein, der dich besonders beeindruckt hat?

Ui, Helden, eine spannende Frage! Ein Held muss Ecken und Kanten haben, auch Antihelden mag ich. Fiktive Helden sind mir natürlich die liebsten, denn die kann man wachsen lassen bis ins Unermessliche 😉 Lorelai Gilmore fällt mir spontan ein. Und Charles Xavier natürlich.

4.      Wenn Du Dich mit einem Künstler Deiner Wahl (Schauspieler/Autor/Musiker, männlich/weiblich, tot/lebendig) austauschen könntest, wer wäre es und warum?

Oh nein, auf gar keinen Fall! Da hätte ich viel zu große Angst, nicht mehr ich selbst zu sein. Ach…AUStauschen und nicht tauschen…ganz übliche Nebenwirkungen von zuSchnellLesen…Tja, wahrscheinlich wären das eher Musiker, z.B. all meine Lieblingsbands.

5.      Buchverfilmungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Hast Du Dir auch bereits die ein oder andere angesehen und was hältst Du generell davon, Bücher auf die Leinwand zu bringen?

Ich liebe Filme; fantastische Geschichten zu verfilmen, stelle ich mir allerdings sehr schwer vor. Krabat hat mich als Verfilmung unheimlich enttäuscht, er begleitet mich, seit ich lese. Einen Held aus der Kindheit sollte man nicht entmystifizieren!

6.      Welches Buch hat Dich zuletzt besonders begeistert, welches enttäuscht?

Ich schwärme noch immer von „Die Zeit, die Zeit“ von Martin Suter, es inspiriert mich nach wie vor und ich habe es oft verschenkt oder empfohlen. Enttäuscht fühle ich mich leider des öfteren, eine richtige Klatsche war aber „Das war ich nicht“ von Stefan Magnusson.

7.      Unsterblichkeit wird sowohl in Romanen als auch in Filmen gerne thematisiert. Segen oder Fluch, wie siehst Du das?

Fluch!

8.      Eine Reise an einen unbekannten Ort und nur 3 Gegenstände, die Du mitnehmen darfst. Worauf möchtest Du auf keinen Fall verzichten?

Handy und Geldbeutel…Nö, mehr brauch ich nicht. Ich bin da pragmatisch.

9.      Manche sammeln ihre Bücher, manche verkaufen oder verschenken Sie nach dem Lesen weiter. Wie handhabt ihr das und gibt es Bücher, die ihr mehr als einmal lest?

Mehrmals lese ich nicht mehr, außer Hermann Hesse. Ich habe aber viele Bücher, die total zerlesen sind, z.B. Stephen King und viele Kinder/Jugendbücher. Das wird alles für meine eigenen aufgehoben und weitergegeben.

10.  Wie beschreibst Du einen perfekten Tag, wenn Du für einen Tag alle Möglichkeiten hättest?

Ein rauschendes Fest von früh bis abends mit Familie, Freunden und ordentlicher Musik. Ein privates Festival wäre nicht schlecht…Oh ja, das nehm’ ich!

11.  Und zu guter Letzt… Was wünschst Du Dir als Autorin für Dich selbst, was wünschst Du Dir für Deine Leser?

Natürlich Erfolg, Ruhm und Reichtum für mich! Ich denke, da sind sich alle Schreiberlinge ähnlich: Sie wollen gelesen werden. Und ein Text sollte berühren, anstupsen. In welcher Form oder in welchem Zeitrahmen ist völlig nebensächlich; doch wenn überhaupt nichts rüberkommt, wenn Worte den Leser absolut kaltlassen, dann wäre das schlimm. Was sich meine Leser raus-oder mitnehmen, überlasse ich ihnen selbst, ich wünsche ihnen aber, dass sie sich damit bereichert fühlen.

Im Anschluss möchte ich gern elf Fragen weiterschicken (noch in Arbeit 😉 ), und zwar an Jan David und Hanna-Linn Hava, zwei Autoren, deren Worte ich immer begeistert lese.

In diesem Sinne – Wort ahoi!

 

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2 Gedanken zu “Fragen und Antworten, eine Veröffentlichung und immer Worte.

  1. Huhu 🙂 erst einmal vielen Dank für’s Mitmachen und Taggen.
    Die kleine Probe von „Shane“ liest sich wirklich gut, genauso wie deine Antworten 😉
    Weil ich die „Gilmore Girls“ doch selbst im Regal stehen habe, war ich natürlich begeistert von deiner Heldin 😀
    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deiner Veröffentlichung!

    Viele Grüße, Jasmin

    1. Vielen Dank! An Shane arbeite ich schon so lange, ich kann es kaum glauben, dass es nun endlich soweit ist, und der erste Band erscheint!
      Von Lorelai Gilmore kann man jeden Tag etwas lernen! Gilmore forever!

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