Manches verliert seinen Reiz…

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…wenn man versucht, Worte dafür zu finden.

Durch einen interessanten Post von Gregor wurde ich gezwungen, mich mit meinem derzeitigen Problem auseinanderzusetzen, sofern es überhaupt eines darstellt. Ich habe keine Lust zu lesen. Äh hallo, das hier ist ein Blog, in dem es unter anderem um Literatur geht! Tja, trotzdem, so ist es nun einmal. Keine Lust ist vielleicht auch nicht der richtige Ausdruck. Vielleicht hat sich mein Leseverhalten geändert, vielleicht suche ich eine andere Richtung, vielleicht sind meine Ansprüche gewachsen. Von vielen Büchern denke ich: Was will mir der Autor sagen? Und wenn ich keine Antwort finde, bin ich enttäuscht. Ihr kennt meinen Leitspruch: Als Leser sollte man immer fordernd sein.

Vermutlich liegt meine Leseunlust auch daran, dass ich im Moment schreibe, schreibe, schreibe. In verschiedenen Genren und auf verschiedenen Portalen. Es macht Spaß, es erfüllt mich. Vieles davon fühlt sich an wie eine Fingerübung, vieles ruft den Austausch mit Menschen hervor, die ebenfalls schreiben, und zwar aus Berufung.

Ich werde mich erst einmal von Wälzern fernhalten und mich meiner Liebe, den Kurzgeschichten, widmen. Vielleicht lese ich auch Hesse, um mir ins Gedächtnis zu rufen, worauf es wirklich ankommt, wenn man einem Leser etwas sagen möchte. Oder auch nur sich selbst.

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Der Hochstapler von David Belbin ist ein schmales Büchlein, trotzdem habe ich Monate gebraucht, es durchzulesen. Und trotzdem es ganz wundervoll geschrieben ist: Klar, knapp, klug und witzig. Die vielen negativen Kritiken zu dem Roman kann ich nicht nachvollziehen.

Mark Trace träumt schon in jungen Jahren davon, Schriftsteller zu werden. Und bereits in jungen Jahren beginnt er, seine großen Vorbilder nachzuahmen, er liest sich beinahe besessen in ihre Werke ein, um anschließend Texte zu verfassen, die den Stil des jeweiligen Schriftstellers kopieren.

Einige Kurzgeschichten, die er als Übung verfasst hat, um von Hemingway zu lernen, kommen durch einen Zufall an die Öffentlichkeit und werden als unbekannte Werke gefeiert. Bevor Mark die Sache aufklären kann, entwickelt sich daraus eine seltsame und gefährliche Eigendynamik, der er sich nicht mehr entziehen kann.

Der Hochstapler steckt voller Literatur, beleuchtet Werke, Klassiker; sowie das Leben und Schaffen derer, die es vollbracht haben. Es ist eine Liebeserklärung an die Worte.

Den Hochstapler selbst, den Fälscher will man vielleicht als gerissenes Schlitzohr betiteln, doch das ist er nicht. Er ist ein liebenswerter Chaot, der sich aus den Wirrungen, die sein Handeln hervorgerufen haben, nicht mehr befreien kann; besonders, da auch einige Damen mit drin hängen. Hat er die Liebe doch erst entdeckt!

 

Was immer ihr auch lest, ich wünsche euch viel Spaß dabei und hoffe, dass ihr die Antworten findet, nach denen ihr auf der Suche seid!

(Überschrift: Zitat aus Der Hochstapler von David Belbin)

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