Aber sich vorzustellen, jemand anderes zu sein…

…oder sich vorzustellen, dass die Welt eine andere ist, ist trotzdem der einzige Weg.

margo

Es nervt. Es geht mir unheimlich auf den Geist, dass ich in der Buchhandlung vor einer Wand voll Bücher stehe, deren Cover alle gleich aussehen, oder deren Klappentexte sich alle gleich anhören. Mich nerven auch die persönlichen Empfehlungen: Eine wunderbare Gesichte über die Freundschaft. Eine echte Empfehlung, wenn man sich mal wieder gruseln will. Aha. Warum kann nicht so etwas drauf stehen wie: Ich habe geheult wie verrückt. Würde ich sofort kaufen. Was auch nervt, sind die Empfehlungen von Werken, von denen sich viele auf der Bestsellerliste oder irgendwelchen anderen Listen wiederfinden – Die Werke, die ich nur lese, um mich dann durch seitenlange Monologe oder intellektuelles Geschwafel zu quälen, nur um dann pseudointellektuelles Geschwafel darüber von mir zu geben. Ich höre ab sofort auf damit. Ein Buch ist Kunst. Ein Buch zu schreiben ist, eine Geschichte zu erzählen. Ich will unterhalten werden. Nicht ich soll das Buch unterhalten.

Dem aufmerksamen Leser dieses Blogs ist nicht entgangen, dass ich mich zurzeit nur noch in der Jugendbuch-Ecke rumtreibe. Da geht es innovativ zu. Das kleine Wörtchen noch lasse ich hier weg. Ich will ja nichts beschreien. Das Risiko in diesem Genre ist allerdings hoch, dass man auf Coming of Age und Roadtrips stößt, meist in Verbindung. So auch bei Margos Spuren.

An John Green kommt kaum einer vorbei, der liest, besonders nach Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Margos Spuren ist ein älteres Werk, ein Roadmovie. Es geht um die Liebe. Ach, schön. Die Liebe selbst wird natürlich nicht erwähnt, Green umschreibt sie mit wundervollen Adjektiven, sucht nach ihr mit stechenden Fragen. Der Roman selbst lebt von Dialogen, pampigen, frechen und klugen Reden, die sich die Teenies hier gegenseitig zuwerfen.

Q, der Held in dem Stück – und er ist tatsächlich ein Held, ein sensibler, kluger, schüchterner Junge, der sich dafür nicht schämen muss – sucht nach Margo, ohne eigentlich zu wissen, warum. Wir wissen es aber: Es geht nicht um das Warum, es gibt keine allumfassende Lösung, und erst recht keine Auflösung, denn es geht um die Suche an sich. Und die Lösung hat niemand anderes parat als der Leser selbst. So muss das sein. Für mich jedenfalls.

Spannend wird es zwischendurch, sogar ein wenig zum Fürchten, und man wird unheimlich enttäuscht. Emotionen – das ist das, was Kunst auslösen muss. Sonst kann ich mir auch gleich meinen Einkaufszettel durchlesen. Oder das Telefonbuch. Ihr merkt schon, das wird heut nichts Objektives mehr hier. Ihr könnt mir aber gern von eurer Suche berichten, von euren Emotionen, oder von euren Empfehlungen.

Ach, was ich eigentlich sagen wollte: Margos Spuren hat mir gefallen.

(Überschrift: Zitat aus Margos Spuren von John Green)

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