Ich erwarte nichts von Dir.

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Das habe ich nie.

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„Ich erwarte nichts von Dir. Das habe ich nie.“

Es ist wie ein Flüstern, welches ich vernehme. Wie ein Rascheln von Papier. Als ob ich jeden einzelnen der Briefe hier dem Land entnehme. Sie unter den Bäumen aufspüre, aus der Erde grabe. Und sie dann in meinen Händen entfalte.

Es fühlt sich an wie ein Hauch, der mich streift. Ein Atemzug. Ein Streicheln, welches mich liebkost. Und trotzdem bin ich achtsam, ich muss es sein.

Es ist wie der Wind, der durch die Pappeln streift. Nur er kann ihnen ihr Lied entlocken. Diese Töne, die einmalig sind. Nie habe ich etwas Vergleichbares vernommen.

Und würde ich dieses Lied komponieren, so würde ich ihm einen anderen Text zufügen. In meinem Lied würde ich von dem Mädchen erzählen, welches nach Hause zurückgekehrt ist und diese Briefe findet, unter den Pappeln.

Doch so ist es nicht.

Es ist das Lied des Windes. Und jetzt, da ich unter den Bäumen wandle, und er mir durchs Haar streift, ist es auch meines. Ich habe es zu meinem gemacht.

Und der Text ist nicht stimmig. Ich habe ihn verändert.

 

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– aus „Das Flüstern der Pappeln“ von Julia von Rein-Hrubesch. Erhältlich ab 15. Juni –

 

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  1. Bin gespannt – der kurze Einblick macht neugierig. Und apropos „und“: Das allerletzte ist mir persönlich eins zu viel. Da käme der Satz ohne (finde halt ich :-)) mit noch mehr Wucht rüber: „Der Text ist nicht stimmig. Ich habe ihn verändert.“
    Jedenfalls wünsche ich schon mal viel Erfolg!

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