Wenn die Muse alles frisst.

Schreiben ist ein einsames Hobby. Wie es den Berufsschreibern geht, kann ich nicht beurteilen, ich gehe erstmal nur von mir aus. Und wenn man sich mal ansieht, wie viele wortbegeisterte Menschen sich im Netz so tummeln, weiß man: Es geht nicht nur um Austausch. Oder, besser gesagt, der Austausch bedeutet so viel mehr als auf den ersten Blick angenommen. Es geht darum, etwas zu teilen – Begeisterung, Leidenschaft; die Freude und den Schmerz, die das Schreiben und mitunter auch das Lesen mit sich bringen.

Und natürlich Motivation. Eines der wichtigesten Dinge überhaupt.

Im Moment bin ich dabei, ein neues Projekt zu … beginnen? Planen wäre eine unpassende Bezeichnung, denn man setzt sich ja nicht hin und denkt: Hm, jetzt schreib ich mal über … Bei mir zumindest nicht. Da ist auf einmal etwas im Kopf. Es wächst und wächst und lässt einen ganz eigenen Kosmos entstehen. Ein Universum. Dieser Prozess ist unheimlich faszinierend. Und in diesem Ausmaß hatte ich das lange nicht mehr. Welche Optionen bleiben mir also? Soll ich diese Welt in meinem Inneren ignorieren, weil ich die schöne Vorstellung hatte, zu erst einmal alles Angefangene zu beeenden? Oder soll ich in dieser Welt lustwandeln, den Figuren dabei zusehen, wie sie sich entwickeln, welche Charakterzüge sie annehmen, wie sie beginnen, miteinander zu agieren? Als ob ich eine Wahl hätte. Irgendwann packen sie dich und nehmen dich mit sich. Es wäre dumm, dieser Einladung nicht zu folgen.

Es kommt also etwas Großes auf mich zu. Vielleicht bedeutet es etwas, dass ich in den letzten Wochen viel unterwegs war, um auch das Handwerk des Schreibens zu verbessern. Plotten, Charaktere ausbauen, Spannung erzeugen und halten sind nur ein paar Begriffe unter hundert anderen. Es gibt Workshops, Ratgeber, Hilfsmittel; Autoren, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich finde das wahnsinnig inspirierend.

Schreiben muss ich letztendlich selbst. Das ist aufregend. Spannend. Und natürlich kann es auch einfach nur Arbeit sein.

Nathen 1.jpg

 

Nathen

 

Advertisements

6 Gedanken zu “Wenn die Muse alles frisst.

  1. Verstehe den (schönen) Beitragstitel nicht wirklich: Du schreibst doch davon, wie wundervoll es ist von der Muse absorbiert zu werden, von ihr mitgenommen zu werden auf eine phantastische Reise. Oder hab ich da was verpeilt :-)?

    1. Nein, hast Du nicht. Davon schreibe ich. Warum? Hat sich da wieder eine Ambivalenz eingeschlichen? 😉
      Ah, jetzt – Der Titel. Hastiges Lesen … Doch, der stimmt schon. Im Moment werde ich von der Muse aufgefressen, einverleibt, sie hat mich ganz und gar, mit Haut und Haar. Das muss nichts Schlimmes sein, ganz im Gegenteil. Nur der Alltag, der hindert mich daran, mich ihr gänzlich hinzugeben.
      Hm, auch nicht verständlicher, oder?

      1. Na ja, für mich hat „wenn die Muse alles frisst“ einfach einen negativen Touch, den ich im Text nicht wiederfinde. Ich denke da an finanziellen Ruin, an die Opferung von Brotberuf oder Beziehung an die Muse et cetera.

      2. Aha … Nun, so düster ist das nicht gemeint. Meine Muse kommt ja nicht in solchem Ausmaße, dass ich existenzielle Dinge wie den konservativen Job aufgeben müsste. Oder besser gesagt, so ganzheitlch, dicht, allesverzehrend. Es ist eher der Geist, der für eine Weile inkompatibel ist für Dinge wie Haushalt, Job und Familie. Das frisst dann die Muse schon. Ach Menno, heute zieren sich die richtigen Worte aber wirklich … Ich hoffe, ich konnte mich jetzt etwas besser ausdrücken.

      3. Aber sicher doch – jetzt hab‘ ichs kapiert 🙂 Dann wünsche ich viel Freude und Erfolg beim Planen und Im-Kopf-zusammenbauen. Das ist mit das Schönste am Schriftstellern: Man liegt in der Hängematte im Garten und kann auf Nachfrage sagen: „Ich arbeite!“

      4. Das gefällt mir! Mach ich gleich … Du hast recht, das ist mit das Schönste. Der Nathen-Kosmos im meinem Kopf ist noch ganz jung, frisch nach dem Urknall sozusagen. Und eine Menge Menschen wuseln darin herum, vor dieser Komplexität fürchte ich mich ein wenig. Deswegen lasse ich es langsam angehen …
        Danke für Deine Kommentare und liebe Grüße! Auch an die Crew der MsCohiba…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s