Loblied …

…auf die Müßigkeit.

Motivation und Prokrastination, zwei Begriffe, die ich zurzeit vermehrt höre. Ganz recht, es geht wieder um das Schreiben. Diese beiden Dinge scheinen nicht ohneeinander zu können, sie füllen Workshops, Blogs und Tutorials. Simon Segur hadert und liebäugelt mit der Faulheit; während Marcus Johanus über die „Aufschieberitis“ klagt und es jedoch schafft, gleichzeitig ihre guten Seiten zu entlocken. Das sagt uns vielleicht, dass auch sie ihre guten Seiten hat. Sie ist die eine Seite. Ich bin nämlich fest überzeugt, dass nur beides zusammen möglich ist, und nur, wenn es Hand in Hand geht.

Ich singe ein Loblied auf die Müßigkeit, auf das süße Nichtstun. Sicher, meist fühlen wir uns davon genervt, unsere eigene Arbeitswut sitzt uns im Nacken. Aber wir haben uns die Faulheit verdient! Denn nur, wer besessen schreiben kann, kann auch besessen darunter leiden, es nicht zu tun.

Menschen, die nicht faul sein können, kennen auch keine Langeweile, den größten Fundus der Kreativität. Ich bin immer wieder erschüttert darüber, wenn ich sehe, dass sich jemand nicht mit sich selbst beschäftigen kann. Dieser Jemand will nicht mit sich allein sein, er kann das nicht aushalten. Mal abgesehen davon, dass ich das für ungesund halte, ist es für einen Künstler der sichere Tod seines Schaffens. Wenn es denn überhaupt entstehen kann. Wir Schreiber sind eigentlich ständig mit uns allein. Wir tauchen ab in ferne Welten, und mögen sie auch noch so fantastisch sein, sie bergen doch einen sehr großen Teil unserer Seele. Also ist doch wichtig, uns zurückzunehmen. Uns auszuruhen. Neben mangelnder Struktur oder Helden, die uns nicht sympathisch sind sowie andere Form-oder Handwerkfehler beim Schreiben, ist das vielleicht der Hintergrund der Prokrastination. Wir rufen Stopp! Wir vermeiden. Und das hat seinen Grund.

Nichts tun bringt uns Zeit, Augen und Ohren zu öffnen. Mich zum Beispiel inspirieren immer wieder Bilder, und besonder jene, die die Natur zeichnet. Also bin ich losgezogen …

 

 

mohn.jpg

 

Weizen

 

Sonne.jpg

Was auf die Ohren habe ich natürlich auch gefunden. Aber davon später.

 

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6 Gedanken zu “Loblied …

  1. Das zweite Bild gefällt mir am besten. Das erste eigentlich auch, aber dann ohne Rahmen 🙂
    Was die Wörter über Deinen Bildern angeht: Natürlich hast Du Recht. Muße und Muse klingen nicht umsonst ähnlich …

    1. Auf den Rahmen habe ich keinen Einfluss, der ist automatisch. Ohne ist noch mal anders, diese weiße Unendlichkeit …
      Ich hoffe, es ist okay, dass ich auf Deinen Blog verlinkt habe.
      Liebe Grüße!

      1. Ja klar, sehr gerne und meinen Dank 🙂
        Glaube ich sofort, dass der wunderbar weiße Himmel ohne Rahmen viel besser kommt. Deshalb meinte ich’s ja.
        Liebe Grüße zurück!

  2. Auf diese direkte Weise habe ich das Nichtstun noch nie, als positives Zutun zur Kreativität gesehen. Aber jetzt wo du darüber schreibst, wird mir schlagartig klar… Natürlich! Wenn ich draußen in der Natur bin, einfach durch eine überfüllte Stadt spaziere und dabei Musik in den Ohren habe, oder einen Moment aus dem Fenster starre, sind das genau die Momente, in denen mir Ideen kommen.
    Danke für den schönen Beitrag und die wundervollen Bilder!

    1. So meinte ich das, genau! Besonders einfach irgendwohin starren kann enorm inspirierend sein.
      Danke für Deinen lieben Kommentar und nun genieße das schöne Nichtstun. Liebe Grüße, Julia!

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