Paul T. -Teil 1-

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Eine Kurzgeschichte Ein Versuch

Eine Kurzgeschichte

 

Heißer, heißer Sand.

Heiße Sonne.

Und heiße Luft. Aufgewärmt, erhitzt, glühend. Verbrüht.

„Herr Tehmann findet einen Koffer in der erhitzten Luft“, sagt er und hält kurz inne. Das konnte unmöglich richtig sein, der Koffer steht ja am Boden. Aber die Luft …

Er schüttelt den Kopf. Sätze mit „Aber“ zu beginnen, die wollte er sich doch abgewöhnen. Warum eigentlich?

Herr Tehmann hält den Kopf schief. Vermutlich, weil sie es gesagt hatte.

Sie ist aber nicht hier.

Er lässt den Koffer liegen. Und rennt wieder los. Die Straße ist sandig, über dem Teer flimmernde Hitze. Die Luft biegt sich. Das könnte schön sein, würde es nicht so schmerzen.

 

„Gut“, sagt Theodora. „Fassen wir zusammen. Wir brauchen Freddie, Marie und Paul.“

„Bitte nicht Paul.“

„Warum nicht? Er ist unkonventionell.“

„Er hat total einen an der Klatsche!“

„Ja“, macht Theodora. „Er geht eben den Weg anders. Nicht geradlinig. Eher so … zickzackmäßig.“

„Er nennt sich selbst Herr Tehmann.“

„Na und? Das ist sein Name.“

„Komm schon, verarsch mich nicht“, sagt Chrissie. „Du weißt gar nicht, wie er heißt.“

Theodora räuspert sich. „Doch. Er heißt Paul. Paul Tehmann.“

Dafür erntet sie eine hochgezogene Augenbraue. Sonst nur Schweigen.

Theodora zuckt schließlich mit den Schultern. „Der Tehmann ist dabei, Punkt.“

Chrissie erhebt sich, jedoch nicht ohne theatralisch zu seufzen.

„Ich weiß, dass dir das nicht in den Kram passt“, flötet Theodora über ihre Schulter. „Ist mir egal. Beweg dich.“

„Ja ja.“ Chrissie legt einen Zahn zu, obwohl sie keine Lust hat, aufzuschließen. Das wäre ein Zeichen von Zustimmung. „Wenigstens gehe ich geradeaus. Sonst würde ich ja nie ankommen. Im Zickzack, Pfff.“

Theodora beschließt, diesen Kommentar zu überhören.

 

Herr Tehmann läuft tatsächlich im Zickzack. Er rennt die geteerte Straße entlang, die als solches kaum noch zu erkennen ist; hin und her und wieder zurück. Ihm ist die Effektivität dieser Vorgehensweise bewusst, oder besser gesagt, es ist ihm bewusst, dass keine Effektivität vorliegt. Es geht nicht anders, er muss flüchten. Und das Fluchtbedürfnis ist so groß, dass sein gesamter Körper darauf reagiert: Extensionstremor nennt man das. Nun gut, niemand nennt das so außer Herrn Themann selbst, doch das tut nichts zur Sache. Nur, weil sich ein Begriff noch nicht durchgesetzt hat, sollte man ihm nicht seine Daseinsberechtigung streitig machen. Es gibt so einige Begriffe, die lange brauchten. Klo vielleicht.

„Jetzt denken wir mal nicht an Klo“, denkt Herr Tehmann. „Nachher müssen wir noch. Jetzt sofort vielleicht.“ Und das führt weiterhin zu dem Gedanken, dass Grundbedürfnisse bei einer Flucht Probleme bereiten können. Wurde das je in einer Geschichte, die Flucht thematisiert, berücksichtigt? Dass jemand rennt und rennt und rennt und dann aufs Klo muss?

Und er rennt, er rennt im Zickzack die heiße, sandige Straße entlang, seine Beine schlagen aus wie die jener Schlenkerpuppen, die es mal gab; und hin und wieder fuchtelt er mit den Armen. Als wollte er die Luft zerschlagen. Selbst die Luft steht ihm im Weg.

Und hinter ihm, am Ende der Straße, steht der Koffer. Herr Tehmann hatte ihn aufgemacht, hatte die Augen aufgerissen, und war losgerannt.

Und jetzt rennt er, es ist ein sinnloses Rennen, vielmehr ein sinngemindertes Rennen, und während er flüchtet, vor dem Koffer und dem, was darin ist, denkt er Dinge wie Wir sollten keine Sätze mit Aber beginnen, Wir denken jetzt mal nicht an Klo und Grundsätzlich sollten wir nicht von Wir reden.

Sicher, einige dieser Sachen sind nur da, weil sie sie angesprochen hat, doch meistens hat sie recht. Er fährt immer gut, wenn er auf sie hört. Na ja, bis auf das eine Mal. Aber so kleinlich sollte man jetzt nicht sein; nicht, wenn man es eilig hat.

 

„Gut, alle da?“, fragt Theodora, als sie im Auto sitzt und sich anschnallt. „Jepp“, antwortet Chrissie neben ihr. „Plus Nika, die hockt im Kofferraum.“

„Warum das denn? Die können wir nicht gebrauchen!“

„Ich hab sie nicht rausgekriegt. Lass sie halt.“

„Mann!“, macht Theodora. „Scheiß drauf, wir müssen jetzt los.“

Die fünf Insassen, einer davon aus Versehen, machen sich auf den Weg durch die Stadt, durch die lärmende, stinkende, überhitzte Stadt; sie wollen raus aufs Land. Ihr Ziel ist die Straße, an deren Ende der Koffer steht, und vor dem Herr Tehmann davon rennt. Doch das wissen die im Auto nicht. Sie wissen nur von Tehmann, nicht von dem Koffer.

Und das Auto schiebt sich durch die Mittagshitze und den Stadtlärm, und Paul rennt über das Feld, außerhalb der Stadt. Im Grunde genommen steuern sie geradewegs aufeinander zu.

„Und du findest das nicht komisch, dass in seinen Unterlagen nur Paul T. steht?“, wispert Chrissie, weil sie weiß, dass Theodora am zugänglichsten ist, wenn sie sich konzentrieren muss. Das rauszufinden, hat einige Jahre gedauert, und verstanden hat sie das nie. Muss man auch nicht kapieren, beschloss sie irgendwann, ist einfach so.

„Nein, finde ich nicht“, erwidert die Frau am Steuer sofort. „Und dass du flüsterst, ist unnötig. Alle hier im Wagen kennen Paul.“

Chrissie lehnt sich zurück, dann dreht sie sich um. Auf der Rückbank sitzen Freddie und Marie und und sehen sie stumm an. Und weiter hinten sitzt Nika und ist mit den Bändern ihrer Schuhe beschäftigt.

Chrissie verdreht die Augen und lässt sich wieder in den Sitz fallen. „Was für ein Haufen Irrer.“

Mit dem Auto braucht man etliche Zeit, bis man aus der Stadt raus ist. Und zur Mittagsstunde braucht man eine halbe Ewigkeit. Die Insassen stört das nicht wirklich, die Klimaanlage läuft und pustet abgestandene, aber kalte Luft durch das Auto, und Radio TFM fröhliche Musik.

Selbst Chrissie ist gutgelaunt. Eigentlich ist sie das meist, nur die Sache mit Paul geht ihr gegen den Strich. Aber was soll sie machen.

„Und wieder ein Tag mit Spitzenwerten an die 35 Grad“, singt der Moderator aus dem Lautsprecher. „Leute, geht baden oder was weiß ich. Seid nicht so dumm wie die Balla-Bande, die gestern Abend wieder mal zugeschlagen hat. Wisst ihr, die stecken unter ihren Masken und schwitzen sich bestimmt bald zu Tode. Müssen die doch nicht haben, oder? Geht lieber baden, sag ich euch. Oder grillt was und tanzt und seid happy.“ Dann fing die Musik wieder an, 10TCC mit I’m not in love.

Chrissie hatte nie verstanden, was an diesem Sadness-Summer-Ding dran sein sollte. Vielleicht ist das echt nur so eine Emosache. Aber der Song ist okay, und die Insassen singen mit. Außer vielleicht Nika, aber was weiß man schon.

Der Wagen schlängelt sich in Kolonnen ein, verlässt sie wieder, biegt ab, steht im Stau, Stop and Go, und das Ganze von vorn.

Und Paul ist bereits in der Stadt, er kommt vergleichsweise schnell heran.

Es gibt eine Stelle, an der sie sich hätte zuwinken können, an der Hesse-Brücke. Oben das Auto;  unten, an der großen Kreuzung, Paul. Aber sie sehen sich nicht, Tehmann starrt auf die Rote Ampel, und die Insassen starren durch die Windschutzscheibe. Nur Nika hat kurz den Blick gehoben. Doch sie sieht nur blassblauen Himmel und die Stromleitungen. Von ihrem Platz aus müsste sie sich erheben, um überhaupt mehr als das sehen zu können.

Das Auto fährt aus der Stadt raus, und Paul läuft in die Stadt rein.

 

Es ist drei Uhr, als er ankommt. 15.15 Uhr hat er Therapie, Zeit genug, um sich frisch zu machen. Nicht um zu duschen, da müsste er erst auf die andere Station, aber das würde er auch dann nicht, wenn er nicht in Eile wäre. Die Duschen sind verkeimt.

„So“, sagt Lydia an der Rezeption. Dann betrachtet sie ihn eingehend und rümpft die Nase. „Waren Sie joggen?“

„Ja“, antwortet Tehmann knapp. „Joggen, genau.“

„Bei der Hitze?“

Jogger mit Koffer, denkt er. Oder Jogger vor Koffer. Und dann: Koffer jagt Jogger. Ja, jetzt passt es.

„Bitte einen Espresso, Lydia. Dreifach mit …“

„Zweimal Zucker, ich weiß schon“, ergänzt die.

„Und ein großes Wasser.“ Damit verschwindet Tehmann hinter seiner Tür.

Die Waschparzelle, die zu seinem Büro gehört, gibt alles her, was er braucht: Seife, Feuchttücher, Deo. Und natürlich Wasser und Handtücher. Nur mit dem Hemd, das muss er sich überlegen.

Erstmal nimmt er die Uhr ab. Das dicke Lederarmband schnürt ihm beinahe das Blut ab. Man schwitzt ja immer drunter, aber heute …

„Paul, Frau Meister ist da“, hört er die Anlage summen.

„Gleich“, brüllt er zurück, dann legt er einen Zahn zu. Hemd aus, waschen, reinigen, Deo. Kämmen. Und dann, schweren Herzens, nimmt er ein neues Hemd vom Bügel. Nun ja.

„Guten Tag“, sagt er, als er in sein Büro zurückkommt. Lydia hat Frau Meister schon reingelassen, das macht sie immer, wenn die Patienten sich schon auskennen. So nennt es Lydia jedenfalls. Auf dem Schreibtisch stehen Espresso, Wasser und ein paar Kekse.

Themann hasst es, im Büro zu essen. Wahrscheinlich will sie ihn ärgern, die alte Giftschlange.

„Wie ist denn das Befinden?“, fragt er, als er sich setzt. Und Frau Meister holt tief Luft. Es ist immer Dasselbe.

„Ich habe wieder gegessen.“

Essen, essen, denkt Tehmann. Immer Dasselbe. Essen und Sex und Suizid. Was soll man da machen.

„Wie viel?“

„Zuviel.“

„Mehr als sonst?“

„Wie, mehr als sonst?“ Die Meister klimpert mit den Augen und tut kokett, damit kommt sie gut durch. Bei ihm aber nicht.

„Haben Sie sich übergeben?“

„Ich …“ Wieder klimpert sie rum.

„Haben Sie gekotzt, Frau Meister?“

Jetzt reißt sie die Augen auf und tut entsetzt. Reine Show. Jemand, der sich den Finger in den Hals steckt, hat keine Scheu vor Worten wie Kotzen.

„Aber, wie reden Sie denn?“

„Das Wort bleibt dasselbe. Es verkleidet sich nur. Wie ihr Zwang. Erst war es das Waschen, dann das Einkaufen, jetzt das Essen. Das Problem ist geblieben, und es bleibt weiterhin. Wenn wir die Dinge nicht beim Namen nennen.“

Na, das kann er gut. Bei Waschen wäre er gern gestolpert, doch das braucht er nicht. Das geht ganz glatt. Ob das heuchlerisch ist? Es stört ihn, dass die pseudo-adrette Frau und er sich einen Zwang teilen, ihm wäre es lieber gewesen, sie hätte einen Putzzwang.

Außerdem wäre Zwang bei ihm wohl übertrieben. Er ist halt gern sauber. Punkt. Und rein.

Das Wir nervt ihn auch. Doch das muss sein, noch sind sie in der Identifikationsphase. Vielleicht kann er das Tempo erhöhen. Das, oder er sticht sich mit einer Gabel ins Auge. Wenn ihn der Koffer nicht vorher erwischt, natürlich.

„Also?“

Frau Meister zuckt etwas zurück, und es sieht täuschend echt aus. Normalerweise ist Tehmann nicht so pampig, doch die Rennerei in der Mittagshitze war auch nicht schön. Da müssen wir jetzt durch. Wir ist wir.

„Ja, ich … habe mich übergeben. Es tut mir leid.“

Er holt tief Luft. Die Leute immer mit ihren selbstgerührten Suppen, die sie einem dann zum Auslöffeln geben. Fast wünschte er, er wäre auf der Geschlossenen geblieben mit den ganzen Ritzern und Springern. Nun sitzt er in der Klinik mit den Ess-Frauchen und den Sex-Männchen.

„Wenn Sie sich noch einmal entschuldigen …“

Die Anlage summt, und Paul zuckt zusammen. Was wollt er eben sagen? Hat er eben vorgehabt, der Meister zu drohen?

„Entschuldigen Sie, Paul“, sagt Lydia in der Anlage. „Ein Anruf. Es ist dringend.“

Dringend, dringend. Was soll das eigentlich sein? Da müssen wir gleich an Klo denken.

Nicht wir, Paul.

Und jetzt nicht Klo, nicht schon wieder.

„Entschuldigen Sie mich“, sagt er zu der Meister und setzt in Gedanken Sie fette gelangweilte Frau hinzu. Für das fette kann er nichts, na ja, vielleicht ein bisschen. Aber definitiv nichts für das langweilig.

Er nimmt den Hörer ab und bellt: „Tehmann?“

„Paul, hier ist Theodora.“

Puh. Er erinnert sich. Viele nennen sie nur Theo, was ihn dazu veranlasste, sie als einen Mann zu sehen. Seltsamerweise dachte er es auch dann, als er sie bereits getroffen hatte. Gar nicht seltsamerweise; zwanghafterweise.

Ihr Kennenlernen war also nicht sehr harmonisch verlaufen, das war nun einmal so.

„Was ist denn?“, fragt er.

„Wir brauchen dich. Es ist dringend. Es geht um Leben und Tod.“

„Ach.“

„Ja. Ich dachte, du bist schon draußen.“

„Wo?“

„Was wo?“ Jetzt klingt sie ungehalten, und das macht ein bisschen Spaß. Obwohl diese Theo nicht der Typ Mensch ist, den man ungehalten erleben will. Nun wirklich nicht. „Draußen, auf den Feldern.“

„Da war ich, und jetzt arbeite ich. Du störst.“

„Wir brauchen di…“

„Ich werde jetzt auflegen.“

„Wir suchen den Koffer.“

Tehmann hält inne. Vor seinem Auge verschwimmt Frau Meister. Irgendwie sieht sie ängstlich aus. Sie scheint sich an ihrer Handtasche festzuklammern.

„Komm raus. Jetzt sofort.“ Theo hat aufgelegt, und Frau Meister sitzt wieder klar vor ihm. Gestochen scharf.

„Ich muss weg“, sagt er tonlos.

„Aber …“ Das Kinn klappt auseinander wie bei einer Bauchrednerpuppe. Nur dass Bauchrednerpuppen kein Doppelkinn haben. „Meine Therapie …“

„Können wir abkürzen. Sind wir doch mal ehrlich, Frau Meister, Sie vergeuden hier nur ihre Zeit. Und meine dazu.“

„Also hören Sie mal …“

„In der Anmeldung steht, dass sie traumatisiert sind. Doch das sind sie nicht. Traumatisiert ist das Mädchen, welches um sechs Uhr abends kommt. Dazu erspare ich Ihnen nähere Informationen. Sie sind nur gelangweilt und unterfordert und …“

„Wie können Sie es wagen, so mit mir zu sprechen?“, plärrt die Meister los.

Tehmann runzelt die Stirn. Gegenwehr war zu erwarten, aber so heftig?

„Unterfordert“, wiederholt er. „Nicht? Unterschätzt?“

Sie kneift die Augen zusammen. Eigentlich kneift sie alles zusammen, Augen, Lippen, Mund. Es sieht aus, als würde ihr Gesicht in sich selbst hineinkriechen wollen. Das findet Tehmann faszinierend.

„Wir einigen uns auf unterschätzt“, sagt er schließlich schnell, um die Sache abzuschließen. „Gehen Sie was Sinnvolles machen, studieren oder Spenden sammeln oder Kuchen backen. Halt, streichen Sie das Backen.“

„So reden Sie nicht mit mir!“, brüllt die Frau Meister. Immerhin steht sie auf. Tehmann hat es jetzt wirklich eilig. „Ja ja“, macht er und überlegt, sie zur Tür rauszuschieben. Doch dafür müsste er sie anfassen. „Sie müssen den Kuchen ja nicht essen. Bringen Sie ihn doch hier her. Sehen Sie, da ist uns doch beiden geholfen …“

„Das werden Sie bereuen! Ich werde Sie fertig machen!“

„Ja, sehr schön“, murmelt Paul und wedelt hinter der Frau her, als würde er ihr Fahrtwind geben wollen.

Als sie aus der Tür raus sind, schlüpft er an ihr vorbei. Ihr wütendes Geschrei begleitet ihn über den gesamten Flur, doch er hat jetzt kein Ohr dafür. Der Kanal ist völlig verschlossen.

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  1. Da isser ja schon, Dein schräger Charaker 🙂
    Bin ein bisschen hin und her: Tolle Sätze und Wörter (wie „sinnvermindert“), ein wirklich feiner Charakter, gute Haken (bei „seiner Therapiestunde“ denkt man natürlich nicht, dass er …). Andererseits hab ich den Dreh der Geschichte nicht kapiert: Was zum Kuckuck ist mit dem Koffer und warum sind die fünf dorthin unterwegs? Und bei der Therapiestunde: Jene Therapeuten, die ich kenne, würden zwar in diese Richtung denken, aber nie, nie, niemals so derart respektlos (es sei denn, die Krise, vielleicht hier die Hitze?, ist suizidal). Liebe Grüße!

    • Danke erstmal fürs Lesen! Die Geschichte geht natürlich noch weiter, wollte den Guten zuerst vorstellen …
      Weißt Du, was noch total interessant ist? Das Gerangel von Charakter und Plot. Zuerst war ja da der Typ, den ich zeichnen wollte, und das war wirklich experimentelles Skizzieren. Und dann bin ich dem Paul so hinterher, und habe gesehen, wohin die Geschichte führt. Für mich selbst ist nun natürlich wichtiger, euch auf diesen Weg mitzunehmen. Wie bekommt man das nun hin? Und was ist für den Leser wichtiger? Reicht das anfangs Beschriebene und wie lange reitet man darauf rum?
      Auf jeden Fall bin ich schon mal begeistert, dass Du meinen Tehmann so siehst, wie ich es mir wünsche. Das ist ja das, was ich mir gewünscht habe, der Ursprung des Wahnes sozusagen 😉
      Und was die Therapeuten angeht … Doch, das gibt es. Gibt es alles. Nicht bei mir natürlich 🙂

      • Ach so – aber dann ist der Titel ein bisschen irreführend: eine Kurzgeschichte, zwar durchgestrichen und durch „Versuch“ ersetzt, aber da dachte ich natürlich an etwas abgeschlossenes. Verständlicher in meinen Augen wäre „ein Anfang“ oder so 🙂
        Was das „mitnehmen“ angeht: Kein Problem. Wenn der Anfang spannend genug ist, folge ich erstmal dem Text. Und zu den Therapeuten: Freilich, mag es welche geben, die. Aber die müssen dann ja derart … sein, dass ich doch arg hoffe, Dein Paul T. ist nur skurril, kurz vor einem Wahn, der aber doch sympatisch sei – und nicht so ein blödes Arsch. Na, jedenfalls bin ich gespannt. Formal gefallen mir die vielen Leerzeilen, weil der Text skizzenhaft, impressionistisch ist, schon klar, irgendwie nicht. Behindert ein bisschen den Lesefluss, zumal ein großer Absatz dann den Perspektivwechsel zeigt. Aber wie man das ändern sollte, ohne dass alles auf dem Bildschirm zu eng wird, weiß ich jetzt auch nit …
        Liebe Grüße!

      • Ja, das stört mich auch, mit dem Format. Das haut nur hin, wenn ich direkt in den Entwurf schreibe, wenn ich reinkopiere, zaubert mir mein Thema immer diese Lücken. Menno.
        Hm. Da muss ich nochmal drüber nachdenken. Im Moment finde ich es noch gut, dass er auch arschig ist, aber mal abwarten … Und vielleicht will ich diese Anti-Sympathie auch provozieren … Wie gesagt, Versuch. Experiment.

  2. Ich… gestehe es nur ungern, aber ich habe keine Ahnung, was da gerade passiert ist und um was es bei der Geschichte eigentlich geht. Dabei rühme ich mich immer dafür, dass ich so gut zwischen den Zeilen lesen könne. Ich bin ziemlich verwirrt. Liegt vielleicht daran, dass ich meine Ferien damit nutze, die ganze Zeit nachzudenken, zu schreiben, zu lesen und zu üben und ich irgendwie überhaupt keine Denkpause habe und gerade das gut gebrauchen könnte. Ich habe den Eindruck, dass mir die Story viel flotter und „actionreicher“ (neutral gemeint) vorkommt, als sie es eigentlich ist. Autos, rennen, ominöse Koffer… und dann plötzlich Therapiestunden. Aber ich werde den Verdacht nicht los, dass du das zum Teil auch absichtlich so gemacht hast. Sind auch sehr viele Charaktere, aber wer bin ich, ausgerechnet so etwas zu kritisieren.

    Bist du so lieb und gibst mir blödem Leser ein paar Hinweise, bevor ich weiterlese? Ich fühle mich so unglaublich blöd…
    Ich finde übrigens trotz allem Paul (natürlich) und Chrissie (ironischerweise) sehr cool gezeichnet.

    Ach übrigens, du wurdest von mir nominiert. Ich weiß nicht, ob du bei so etwas mitmachst, aber ich fände es sehr spannend.

    • Hm? Also, es ist doch alles recht schlüssig, nicht?
      Wie Du vielleicht in Lust und Blumen gelesen hast, ging es mir vorrangig darum, einen Charakter zu zeichnen. Und weil ich der Meinung bin, dass man nicht als belehrender Erzähler fungieren sollte, sondern den Leser „erleben“ lassen muss, war da natürlich die Handlung, und Bäm -war ich mittendrin.
      Wart mal, ich soll Dir sagen, was da passiert? Äh, da müsste ich die Geschichte ja weiter erzählen, und das tue ich sowieso 😉
      Was meinst Du mit Hinweise?
      Was noch so ein Ding war, ist, dass ich den Paul immer rennend gesehen habe. Ich schätze, wenn man mit solch einer Handlung beim Erzählen beginnt, wird das keine allzu ruhige Geschichte…
      Ui, Danke für die Nominierung!
      Und was soll das heißen, Du tust und tust und tust? Dachte, Du zockst?!

      • Ja, ich wollte mich eigentlich auch erholen (also auch meinem Kopf eine Ruhe gönnen), aber ich kann einfach nicht. Schlimm, nicht?

        Naja. Ich kann die ganze Auto-Szene mit dem… zweiten Teil nicht in Verbindung setzen. Genauer genommen kann ich Letzteres mit gar nichts in Verbindung setzen. Aber ich höre schon auf zu jammern, du hast ja recht. Ich sollte erstmal weiterlesen, bevor ich anfange, nach Extrazeilen zu fragen. Es gibt Tage, an denen bin ich mir sogar selbst zu dreist.

      • Okay, der letzte Satz bringt mich zum Lachen. Das fetzt …
        Erholung solltest Du Dir jetzt echt mal gönnen, sind doch Ferien! Oder kannst Du nicht abschalten? (Gehört zu keinem Test 😉 )

      • Kreativ sein gehört bei mir auch zur Freizeit, „blöderweise“ auch zu meinem Beruf, weshalb ich die ganze Zeit im „Arbeitsmodus“ bin, wenn ich schreibe. Auch, wenn es mir Spaß macht. Und nur, wenn ich am Zocken oder Sport machen bin, schalte ich den eigentlich ab. Ja, ich glaube ich mache jetzt aber eine kleine PC-Pause. Das Klavier lächelt mich die ganze Zeit schon von der Seite an.

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