Paul T. -Teil 4-

Die Uhr schmerzt. Sie scheuert sich wund. Und seine Haut gleichermaßen. Es ist ein Erinnerungsschmerz. Verdrängung und Erinnerung; zwei Riesen, die ein Tau in den Händen halten und daran ziehen. Mal ist es mehr auf der einen, mal mehr auf der anderen Seite; denn die Riesen haben gleichviel Kraft. Und das, was zwischen ihnen entsteht, die Reibung in der Mitte, ist das Leben.

Tehmann ist ein wenig verwundert über jene philosophische Gedanken. Vielleicht sind sie immer so, wenn er an sie denkt.

Er senkt den Kopf und betrachtet die Uhr. Er trägt sie links, auf der Herzseite. Und das Band schnürte er extra eng, weil er wollte, dass es seinen Puls spürt. Er dachte, so konnte er ihr nahe sein. Und das war nichts als Ironie – pechschwarze Ironie würde sie es nennen – denn es war immer er gewesen, der sich von ihr entfernt hatte.

Die Staubwolke vor ihm auf der Straße hat sich gelegt. Zeit, sich wieder den Dingen der Wirklichkeit zu widmen.

Tehmann beginnt mit dem Laufschritt, er ist gut in Form, und doch bilden sich auf dem Hemd Flecken, in Schweiß getränkter Stoff, der die winzigen, beinah unsichtbaren schwarzen Karos schärfer zeichnet. Seine Brille rutscht stets ein kleines Stück nach unten, und er schiebt sie stets wieder nach oben.

Er beginnt zu schnaufen, dann wedelt er mit den Armen, um das Hemd zu lüften, danach ist die Brille dran. Ein gleichmäßiger Rhythmus ist das, ganz anders als der, dem er heute, am gleichen Tag, nur zu einer früheren Uhrzeit, gefolgt war.

Es dauert eine ganze Weile, doch dann hat er Theo und den Geländewagen so weit eingeholt hat, dass er erkennen kann, was sie dort treibt. Sie geht das Gelände ab, und mit ihr drei weitere Personen. Rasterfahndung, das macht sie. Vermutlich eine gute Idee, doch sonst nichts. Denn der Koffer ist nicht hier. Er hätte ihn gesehen.

Warum er sich in den Polizeifunk gehackt hat, ist ein anderer Grund als der, den Theo hat. Sie will das Geld. Vielleicht hat sie nicht einmal Interesse an der Kohle an sich, sie tut die Dinge einfach nur, weil sie gut darin ist. Und darin sind sie sich wieder zwillingshaft gleich.

Als er mitbekommen hat, dass die Balla-Bande einen Koffer verloren oder vergraben oder was auch immer haben muss, fragte er sich nach dem Warum. Und er hatte nur diese eine Antwort.

„Hey!“, schreit er nun, doch Theo und ihre Compagnons sind noch zu weit entfernt. Tehmann steckt sich zwei Finger in den Mund und pfeift, und das kommt an. Es kommt immer am Ziel an, auch wenn das über 2 Kilometer weit entfernt ist. Weil auch er gut darin ist, was er tut.

 

Die vier Personen dort vorn an der Straße halten inne, er sieht sie sich aufrichten wie Erdmännchen.

Und es dauert weitere 12 Minuten, bis er sie eingeholt hat.

 

„Er ist da“, sagt Chrissie, und der Ton in ihrer Stimme lässt Theo aufhorchen.

„Bis er hier ist, sagst du mir, worum es hier geht. Was sein Geheimnis ist.“ Sie starrt Theo an, und diese fährt sich mit der Zunge über die Zähne. Ihr ist klar, dass Chrissie nicht locker lassen wird. Sie hat genug in der Hand, um sie für eine lange, eine sehr lange Zeit hinter Gitter zu bringen, doch so dumm würde sie nicht sein. Doch sie will etwas wissen, sie will es unbedingt, und sie wird nicht eher loslassen. Wenn Theo etwas mehr auf den Sack geht als aufdringliche Typen im Knast so sind es Weiber, die nicht locker lassen, weil sie unbedingt etwas wissen müssen.

Also stemmt sie die Arme in die Hüften, kneift die Augen zusammen und starrt auf den Punkt in der Straße, der sich bewegt. „Keine Ahnung, wie ich das erklären soll, ohne dass du mich für gaga hältst.“

„Versuch es.“

Theo atmet einmal tief aus, dann sieht sie Chrissie an. „Ich sag dir mal, was er gemacht hat, um mich aus dem Knast zu holen. Das erklärt es vielleicht am ehesten.“

Chrissie wartet ein paar Sekunden, doch es kommt nichts. „Ja?“, fragt sie schließlich.

Wieder macht Theo einen tiefen Atemzug. „Es war … Er hat nichts gemacht. Okay?“

Chrissie runzelt die Stirn, und Theo zuckt mit den Schultern. „Er hat nichts gesagt, das meinte ich. Er hat einfach nur den Typ angestarrt, und dann hat der die Akte zerrissen und eine neue geschrieben. Und dann bin ich da raus marschiert, einfach so.“

„Hä? Ich check’s nicht.“

„Ich auch nicht! Aber es ist mir egal. Als wir raus sind, standen da noch ein paar Bullen, einige von denen, die mich zuhause so nett abgeholt haben. Und die sind so losgerannt, die wollten mich gleich wieder einbuchten, verstehst du? Und dann, auf einmal sind sie stehengeblieben, als wären sie vor eine Wand gerannt oder so. Dann war ich draußen.“

Chrissie betrachtet sie grübelnd. Dann schüttelt sie den Kopf. „Du meinst, sie haben Paul gekannt?“

„Nein, das meine ich nicht.“

„Was dann?“

Theo wirft die Arme zur Seite. „Was dann, was dann? Keine Ahnung! Er hat sie einfach angestarrt, okay? Und wenn die Bullen hier antanzen sollten, während wir den Koffer suchen, hätte ich sehr gern jemanden dabei, der sie einfach … wegzaubert. Okay?“

Chrissie schüttelt wieder den Kopf. „Du meinst, dass …“

„Hey!“

Sie drehen sich um. Tehmann steht vor ihnen.

 

Theo hält sich nicht lange daran auf, alle miteinander bekannt zu machen. „Paul, Freddie, Marie, Chrissie“, sagt sie und zeigt in die Runde.

„Hm“, macht Tehmann nur. „Gehen wir ein paar Schritte. Nur du und ich.“

 

Die Sonne wankt ein bisschen, so scheint es. Doch es ist nur die Hitze, die flimmert und alle Bilder flimmern lässt.

„Das hier ist unnötig. Du und deine Bande könnt abmaschieren.“, sagt Tehmann, als die beiden die Straße entlanggehen.

„Ach, ist das so?“, erwidert Theo.

„Allerdings.“

„Um mir das zu sagen, hast du aber eine Menge auf dich genommen. Ein bisschen zu viel Aufwand, wenn du mich fragst.“

Tehmann nickt leicht. Mit diesem Argument hat er rechnen müssen. „Dann ist es eben so“, sagt er. „Und trotzdem müsst ihr verschwinden.“

Theo bleibt stehen. „Ich bin ganz Ohr.“

Er sieht sie fragend an. Ihr amüsierter Ton macht ihm zu schaffen. Und dann wendet sie den Blick.

„Was soll das?“

Sie hebt langsam die Schultern. „Ich will dich nur nicht ansehen.“

„Das sehe ich. Und deswegen die Frage.“

Wieder das Schulterheben. „Ich will nicht, dass du die Nummer bei mir abziehst. Dass du mich manipulierst. Oder so. Du weißt schon, diese Spiralen in den Augen.“

Tehmann begreift, wovon sie redet. Er lässt kurz bden Blick über das Land schweifen. Heißer Sand, vertrocknete Weite. Ihm gefällt das irgendwie. „Mind Control“, sagt er schließlich. „Und keine Sorge, ich werde es nicht anwenden. Wenn uns hier jemand besuchen kommt, werde ich alle Energie brauchen. Das meinstest du doch mit Du brauchst mich, oder?“

Theo sieht ihn an, im Blick Faszination und Neugierde. „Ist das sowas wie Telepathie?“

Jetzt zuckt er mit den Schultern. „Wie du es nennst, ist völlig egal.“

„Aber … wie machst du das?“

„Das ist nur Training, nichts weiter. Und im Moment ist das wirklich nicht die Frage, die du dir stellen musst.“

„Sondern?“ Sofort ist sie wieder pampig. Herausfordernd.

„Sondern die, dass du hier umsonst nach dem Koffer suchst. Und die, dass ich vielleicht gar nichts tun werde, wenn die lieben Menschen von Gesetz und Ordnung hier auftauchen.“

„Dann bist du aber mit dran.“

Tehmann lächelt. „Aber im Gegensatz zu dir werde ich schnell wieder draußen sein, falls sie uns ein schönes Zimmer in der Betaniusstraße anbieten werden. Nicht wahr? Und es ist nicht so, dass wir eine Wahl haben werden. Wir werden einchecken müssen, ob wir nun wollen oder nicht, ist es nicht so?“ Er grinst süffisant, und sie kneift die Augen zusammen.

 

Theo schweigt. Sie ist wütend, verdammt wütend, aber sie weiß, dass er recht hat. „Was willst du dann hier?“, stößt sie schließlich aus.

„Ich will den Koffer.“

Sie starrt ihn an, und Tehmann hebt die Hände. „Nicht den, nach dem du auf der Suche bist, Theodora. Der Koffer, der hier ist, hier auf der Straße, das ist ein anderer.“

Sie blickt ihn an, dann macht sie ein abwertendes Geräusch. „Na klar.“

 

Hinter ihnen schlagen Autotüren zu, und sie drehen sich um. Chrissie sitzt am Steuer des Wagens, und Theo und Herr Tehmann müssen zur Seite treten, um die vorbeizulassen. „Wir fahren schon mal weiter“, ruft sie ihnen durch das Fenster zu.

Theo nickt.

Und dann, als sie hinter dem Jeep wieder gemeinsam auf der Straße stehen, sagt sie: „Erzähl keinen Scheiß, Paul. Dann such ich halt weiter. Und ich werde ihn finden.“

Tehmann seufzt, dann setzt er sich in Bewegung, genauso wie sie es tut. „Und das ist deine Crew? Mit denen da willst du einen Koffer voll Diamanten finden?“

„Ja.“

„Na ganz toll“, sagt Tehmann. „Dann wird es im Hotel in der Betaniusstraße heute Abend vier Idioten mehr geben.“

„Interessiert mich nicht, was du denkst“, erwidert Theo. „Und wir sind zu fünft. Nika sitzt im Kofferaum.“

Tehmann wirft ihr einen Blick zu. „Wer ist das?“

Schulterzucken. „Ein Mädchen.“

„Wie alt ist sie?“

„Siebzehn.“

Tehmann bleibt stehen. „Siebzehn? Du zerrst eine Minderjährige da mit rein?“

Theo bleibt ebenfalls stehen. „Sie ist sechzig, okay? Was interessiert dich der Scheiß?“

Er schüttelt mit dem Kopf, dann setzen sie sich wieder in Bewegung. Weiter vorn ist der Wagen zum Stehen gekommen, und drei Gestalten kommen raus und fallen über das ausgedörrte Feld her.

„Die hat sie nicht mehr alle, okay? Ich hab sie mal in der Nacht von einer Brücke aufgelesen und mitgenommen, seitdem folgt sie mir überall hin. Wie ein Hund. Was denkst du, wie oft ich sie schon versucht habe, loszukriegen!“

Tehmann schweigt, doch er schüttelt noch immer den Kopf.

„Entschuldige mich“, sagt Theo. „Ich werde mit suchen helfen. Vor dir scheint ja nichts zu kommen.“ Und dann erhöht sie das Tempo und schließt sich den drei anderen an.

 

Herr Tehmann betrachtet sie eine Weile, dann sieht er, wie sich der Kofferraum des Geländewagens öffnet und geht darauf zu.

Das Mädchen ist mit den Schnürsenkeln ihrer Chucks beschäftigt, sie bindet sie gewissenhaft und in einem bestimmten Muster. Danach steckt sie die Ende unter die Zunge. Es sieht aus, als wäre sie nicht zufrieden mit dem Ergebnis, denn sie öffnet die Schleife und fädelt die Senkel wieder aus, zieht sie ganz langsam aus den Ösen, als wäre sie eine Chirugin.

Tehmann steht vor ihr und sieht sich das eine Weile an. Den Wunden an ihren Händen nach zu urteilen, macht das Mädchen das öfters, vielleicht sogar ständig. Und die langen Ärmel ihres Sweaters deuten darauf hin, dass das nicht die einzigen Wunden sind, nach denen es auf der Suche ist.

„Nika?“

Sie hebt den Kopf. Große, fragende Augen. Tehmann runzelt die Stirn. Er findet eine Ähnlichkeit, weiß aber nicht, wo er sie einordnen soll.

„Wer will das wissen?“ Eine spröde Stimme.

„Ich“, antwortet er. „Paul. Paul Tehmann.“

Sie betrachtet ihn von oben bis unten, dann senkt sie den Kopf und widmet sich wieder ihren Schuhen.

„Rutschst du mal rüber?“, fragt er und tritt näher.

„Hast du ne Kippe?“, fragt sie zurück, ohne ihn anzusehen.

Tehmann überlegt, dann geht er um das Auto rum. In Verbrecherwägen findet sich doch immer was zu rauchen. Auf der Rückbank wird er fündig, und er geht mit den Marlboros zu Nika zurück.

„Hier.“

Sie greift nach der Zigarette, die er wie ein Zauberer aus der Schachtel geschnippt hat und lässt sich Feuer geben. Dann erst rutscht sie ein Stück zur Seite, und er nimmt neben ihr Platz. Es ist eng und stickig, doch unheimlich erholsam, endlich zu sitzen. Tehmann schließt kurz die Augen, und als er sie wieder öffnet, spürt er den Blick des Mädchens auf sich ruhen. „Du bist zu Fuß hergekommen?“, fragt sie, und die Frage bildet Querfalten auf der ihrer Stirn. Darüber nur Stoppeln, keine Haare.

„Ja.“

„Warum?“

„Gute Frage.“ Für einen Moment weiß er wirklich keine Antwort darauf.

Sie sieht ihn wieder fragend an. „Und ich dachte, ich bin hier der Freak.“

„Darüber sollte man sich nie allzu sicher sein“, sagt er nur matt, und Nika lächelt.

 

Herr Tehamms Augen weiten sich. Er hatte nur das ausgesprochen, was ihm auf der Zunge gelegen war, nur das, was er öfter dachte; doch Nika hatte er damit zum Lächeln gebracht. Und dieses Lächeln zaubert ein Grübchen in ihre rechte Wange, und er erkennt sie.

Die Erkanntnis trifft einen wie ein Schlag, so heißt es ja immer, doch es stimmt nicht. Die Erkenntnis friert einen ein, sie findet ein nettes Plätzchen direkt hinter den Augen, und breitet sich von dort aus aus wie ein mächtiger See. Kaltes, schneidendes Eis.

„Nika“, hört er sich sagen. Tonlos ist seine Stimme. „Du hast eine Schwester.“

Das Lächeln friert fest, so als hätte er sie angesteckt. Das Grübchen verschwindet, und ihr Blick wird starr. Und feindselig. Das Mädchen mit den kurzgeschorenen Haaren starrt ihn an, eine starrgewordene Säule aus Eis.

„Ich kenne sie“, fährt Tehmann fort, monoton. „Sie ist bei mir in Behandlung. Nika, ich weiß, es steht mir nicht zu, so etwas zu sagen, doch es tut mir unglaublich leid, was er euch angetan hat.“

Das Feuer in ihren Augen ist erloschen, nur noch funkelndes Eis. „Verschwinde“, sagt sie mit ebenso eisiger Stimme und führt die Zigarette zum Mund, um einen Zug zu nehmen; und an der Art, wie sie hält und wie sie sie betrachtet, sieht Tehmann, wo dieses Mädchen üblicherweise die Zigaretten ausdrückt, wenn sie sie geraucht hat.

„Nika …“

„Verschwinde!“, sagt sie mit der Stimme aus Eis. Laut, aber nicht so laut, dass die anderen aufmerksam werden.

Tehmann sieht sie an. Dieselben großen Augen. Und die Haare hat sie sich abrasiert, so als wolle sie sich verleugnen.

 

Er blickt wieder über das Feld. Einige Male schon hat er sich gefragt, ob es möglich ist, Menschen zu töten, ohne sie zu berühren. Vielleicht würde ihm das gelingen. Vielleicht wäre es so etwas wie Sinn in einer Welt, in der sich Mädchen ihre rotgoldenen Locken abrasieren und ihren Körper als Aschenbecher benutzen. Vielleicht wäre es das.

„Hau endlich ab“, sagt Nika neben ihm, und ihre Stimme ist schwach. Feuer und Eis sind erloschen.

Er sieht sie an. „Kann ich dir was erzählen?“

„Was?“, fährt sie ihn an. „Gibst du jetzt den Geschichtenonkel? Vergiss es? Und was machst du eigentlich hier? Warum sitzt du nicht auf deinem beschissen Stuhl und behandelst meine Schwester?“

Tehmann nickt ein bisschen. Er hofft, dass Lydia den Termin verlegt hat. Wenn er nicht gefeuert ist. Dann sieht er Nika an. „Sie dauert nicht lang. Eine Minute. Gibst du mir eine Minute, Nika?“

Sie atmet schwer, ihr Brustkorb hebt und senkt sich. Sie hat keine Kraft mehr, und Tehmann spürt, wie die Gewissheit, dass er losgehen und den ersten Menschen suchen wird, bei dem er es versuchen wird, ausbreitet. Vorausgesetzt, er wird das hier überleben.

Nika schweigt, und er öffnet den Mund und sagt: „Da kam dieses Mädchen zu einem, der es vielleicht ein wenig versteht zu helfen. Und sie redeten darüber, welche schlimmen Dinge Menschen tun. Sie redeten nicht darüber, warum sie es tun, denn sie sahen keinen  Sinn darin. Sie redeten darüber, wie schlimm die Wunden sind, die dabei entstehen und darüber, dass böse Menschen böse Dinge tun. Und dass sie das immer wieder tun. Immer und immer wieder.“

Nika schluckt. Vielleicht wird sie weinen.

Herr Tehmann fährt fort: „Und der Mann, der manchmal helfen kann, sagte zu dem Mädchen: Ich sehe, dass du nicht mehr reden kannst. Ich sehe, dass du nur noch weinen kannst. Lass uns etwas ausprobieren. Willst du das, etwas ausprobieren? Und das Mädchen hob den Kopf und sah ihn an. Und dann nickte es. Und der Mann sagte: Wir haben über all das Böse gesprochen. Und das Böse ist groß und mächtig und wird immer da sein. Wie wäre es, Mädchen, wenn wir all das Böse; all das, was Menschen tun und was sich antun, wenn wir das in einen Koffer stecken würden?

 

 

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6 Gedanken zu “Paul T. -Teil 4-

  1. Verdrängung und Erinnerung als zwei tauziehende Riesen, sehr schön. Und so einen Koffer will ich bitte auch. Stellenweise hab ich noch ein bisschen ein Kraut-und-Rüben-Gefühl bei der Geschichte, kann aber (noch) nicht sagen, ob sich das am Schluss klären wird oder ob’s der noch nicht überarbeiteten Fassung geschuldet ist. Bin gespannt. Noch einen schönen Sonntag!

    1. Echt? Was würdest Du denn mit dem Koffer machen? Keine so leichte Frage, das muss auch unser Herr T. erkennen …
      Kraut und Rüben? Hm, ich überlege noch, was das bedeutet. Stimmt, das hier ist die Rohfassung, ich werde dem Guten eine extra Seite widmen, weil es nun doch deutlich mehr geworden ist als ursprünglich geplant. Aber könntest Du trotzdem ein paar von den verwilderten Stellen benennen?
      Auch Dir noch ein schönes Rest-Wochenende und wie immer vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren!

      1. Na, den mit all dem Bösen der Welt vollgepackten Koffer in die Sonne zwecks Nuklearschmelze ballern 🙂
        Mein K&R-Gefühl ist wirklich eher ein Gefühl. Ich kenne ja bis jetzt nur Deine „Pappeln“ von Dir (Schande über mich, ja), aber dort hast Du wahnsinnig stark auf die Wörter geachtet. Hier ist nicht jeder Satz stringent, manche Dialoge noch nicht schnittig genug, manche Absätze noch nicht wirklich „fertig“ (wie gesagt, nur vom Gefühl her). Mal sehen, ob ich Beispiele finde. Meinetwegen der zweite Satz. Die Uhr scheuert sich wund. Hm. Wenn nicht wirklich irgendwann übersinnliches kommt, ist dieser Satz zu stark. Weil eine Uhr eben eine Uhr ist, der ist’s egal wenn sie nur tickt.
        Kurz danach: „Vielleicht sind sie immer so, wenn er an sie denkt.“ Das ist noch nicht so rund, wie es sein könnte, weil zu unklar: Sie bezieht sich ja auf die philosophischen Gedanken. Aber wie sind sie so? Verstehst Du, es sind nur Nuancen, ist einfach ein Gefühl: Das ist noch nicht überarbeitet, in einem Guss. Wirkt rein formal wie eine Skizze. Was ja auch stimmt. Ähhh – kannst Du was damit anfangen?

      2. Klar, Danke. Ist ja nur eine Skizze. Wobei die Pappeln auch noch mal ne andere Nummer sind. .. Bei einer Kurzgeschichte mag ich es gern unrund. Das Sie ist eher auf die Frau bezogen, von der Paul die Uhr hat. Das muss ich wohl nochmal kennzeichnen 😉
        Mir ist eher der Schluss zu wild, aber das werde ich nochmal glätten. Aber nicht zuviel 🙂
        Achso, den Koffer in die Sonne … kommt da wieder die Rosa durch? An sie denke ich immer wieder mal.

      3. Bei einer Kurzgeschichte magst Du es unrund? Ha, da muss ich aber protetieren! Je kleiner die Form, desto wichtiger die Wörter. Bishin zum Gedicht, wo wirklich jeder Buchstabe sitzen muss 🙂 Grüße!

      4. Tja, was soll ich sagen …
        Aber warten wir mal das Finale und die Endversion ab. Der Paul hat sich ja eh schon rausgekämpft und macht was er will 😉

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