Vom Backen.

Komischer Titel, denkt ihr. Ich will ihn erklären:

In meinen Geschichten spielt das Essen meist eine wichtige Rolle. Gemeinsame Mahlzeiten, kulinarische Vorlieben, kochen und … besonders backen. Man könnte auch sagen, ich erzähle gern über den Menschen und seine Genusssucht.

Das Backen ist etwas, was am meisten vorkommt in den Büchern und Novellen, die ich schreibe. Ich selbst backe gern. Im Grunde genommen ist es wie Schreiben: Man darf mit den Zutaten experimentieren, solange man Geschmack und Ergebnis nicht verfälscht. Meine Figuren lasse ich backen, da der Leser sie auf eine besondere Art kennenlernt: Backen sie nach Rezept, improvisieren sie gern, benutzen sie eine Maschine oder machen sich gern schmutzig? Sind sie dabei gern in Gesellschaft oder allein? Ich finde, Backen ist eine ganz hervorragende Art von Show 😉

Überhaupt das Handwerk, findet ihr nicht? Wie jemand werkelt, sagt einiges über ihn aus. Macht er Skizzen, arbeitet er sorgfältig, ist er schludrig, wie sieht der Arbeitsplatz danach aus? Materialien kann man wunderbar symbolisch einsetzen: Holz ist warm und anschmiegsam, Metall kalt und unnachgiebig. Ton braucht liebevolle Konsequenz, Weideflechten kontinuierliches Arbeiten. Beide Handwerke zeigen ebenfalls Nähe zur Natur. Auch mag ich Dialoge, die während der körperlichen Arbeit geführt werden.

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In „Das Flüstern der Pappeln“ ist das Kuchenbacken präsent, ebenfalls bringen die Ergebnisse regelmäßig Familie an einen Tisch, auch wenn sich Tochter und Mutter lieber aus dem Weg gehen. Essen verbindet also. Besonders Kuchen, wie ich finde, da er meist mit einer besonderen Hingabe bereitet wird, oft auch aus Leidenschaft. Er enthält Früchte, Nüsse oder Schoklade, Zutaten, die sinnlich sind. Lade ich jemanden zum Kuchenessen ein, ist das ein Zeichen. Ein besonders warmes Lächeln, ein Kuss aus Mehl und Zucker.

In meiner aktuell abgeschlossenen Novelle spielt das Zubereiten von Kuchen eine sehr große Rolle, und im aktuellen Projekt ebenfalls. Beides aus unterschiedlichen Gründen. Vielleicht habe ich irgendwann die Nase voll davon. Oder der Leser. Ich hoffe jedoch, nicht.

 

 


2 Gedanken zu “Vom Backen.

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