Dragon, schreib ein Buch!

Ein gutes neues Jahr wünsche ich euch!

Ich habe es einfach, nach so langer Zeit gleich wieder ins Bloggerleben einzusteigen. Weihnachten bekam ich nämlich etwas geschenkt, von dem ich euch erzählen möchte. Dragon. Eine Spracherkennungssoftware, die wie von Zauberhand tippt, was man ins Mikro spricht, und zwar in Word oder jedes andere Programm.

Schon oft dachte ich, so ein Helferlein wäre super, besonders, nachdem ich im letzten Jahr vermehrt von Schmerzen in der Schreibhand geplagt wurde, die sich inzwischen in die Schulter ausbreiten. Zudem stellte ich mir ein gesteigertes Tempo vor, man erzählt einfach so vor sich hin, und der Drache schreibt mit.cof

Weihnachten 2018 hat sich der Wunsch erfüllt, Juhu! Noch am Heiligabend packte ich aus und hieß den neuen Schreibcoach auf meinem Laptop Willkommen. Etwa zwei Wochen später teile ich meine Erkenntnis mit euch:

Tempo

„Du schreibst doch jetzt sicher dreimal schneller“, ist die meistgehörte Antwort, wenn ich von Dragon erzähle. Jein. Wenn ich tippe, habe ich viele Fehler, weil ich zu eilig bin. Also muss ich immer wieder korrigieren. Das hält auf. Ich bin eine langsame Tipperin. Hier ist Dragon deutlich überlegen. Hat er einmal die Stimme erkannt und das erste Training durchlaufen, hält ihn kaum etwas auf. Eigentlich nichts. Auch dass man die Satzzeichen mitsprechen muss, hindert nicht, so wie ich anfangs annahm. Hier ist die Ausnahme der Dialog. Ich schätze, ihn tippe ich genauso schnell, wie wenn ich spreche. „Anführungszeichen auf „oder – „zu“ nimmt nunmal Tempo raus. Beschreibungen hingegen, oder jeder Text ohne wörtliche Rede, füllen sich Seite für Seite, es ist unglaublich, wie schnell der Drache hier arbeitet. Es kommen natürlich noch andere Faktoren hinzu, die das Tempo beeinflussen, diese folgen.

Magie

Schreiben ist etwas Magisches. Wenn ich tippe, entstehen Wortgruppen und Sätze, über die ich mich manchmal wundere, bei deren Entstehung ich mich oft nur als anwesend und kaum beteiligt fühle, und an die ich mich teilweise nicht erinnern kann, wenn ich sie ein zweites Mal lese. „Wie ist das Buch entstanden?“, fragen Leser, und ich frage mich das oft auch. Die Geschichten kriechen aus meinem Kopf, das Papier (der Bildschirm) haben nur darauf gewartet, sie auf – und einzufangen. Das Werkzeug, oder Übermittler, sind meine Hände. Hilfe!, dachte ich, als mir das bewusst wurde, als ich das erste Mal ins Mikro sprach. Wie soll das nun funktionieren? Ich muss den Zauber ja zuerst aussprechen, bevor ich ihn lese. Vorher war es umgekehrt. Funktioniert das? Ich wurde panisch. Schaltete das Mikro aus und tippte. Schaltete das Mikro wieder an und sprach. Und so weiter. Ich verglich das Geschriebene und stellte fest, dass es sich immer mehr glich. Es ist also Gewöhnung. Wer hätte das gedacht? Inzwischen spreche ich mehr, als dass ich tippe. Letzteres mache ich, wenn ich es vermisse. Vielleicht ändert sich dieser ganze Prozess noch einmal, wer weiß.

Prozess

Ich bin kein Plotter. Kurzgeschichten schreibe ich drauf los, die Figuren machen sich auf den Weg und erleben eine Geschichte. Ich gehe nebenher und sammle sie ein. Oft ist es dabei so, dass sich die Handlung formt und ein Ende entsteht. Bei längeren Projekten plotte ich schon, das heißt, ich habe einen groben Handlungsrahmen. In dem darf flexibel geschehen, alles andere macht für mich keinen Sinn. Es wäre mir zu steif, zu starr. So ist das Leben nicht, die Menschen sind es nicht. Wenn ich schreibe, (also bisher tippte), entsteht ein Bild aus Worten. In meinem Kopf wächst und gedeiht es, mehr und mehr Details kommen hinzu und malen die Geschichte aus. Auch hier hatte ich Bedenken, dass dieser Prozess anders ist, wenn ich spreche. Die Furcht hat sich nicht bestätigt. Ich spreche die Worte aus, sie entfalten sich in meinem Kopf und wachsen dort genauso, wie ich es bisher kannte.

Arbeit

Schreiben ist Magie. Ja, und Schreiben ist Arbeit. Es ist hart. Tippen, nachlesen, korrigieren, überarbeiten, wieder tippen und alles von vorn, ist Arbeit. Wie arbeitet Dragon? Wie korrigiere ich? Anfangs schaltete ich das Mikro aus und korrigierte manuell. Dann ließ ich es an. „Korrigier!“ und „Lösch!“ sind zwei Befehle unter vielen anderen, nach denen Dragon sofort springt. Auf diese Weise lernt er. Inzwischen verzeiht er mir ein Nuscheln; schnelles Sprechen ist überhaupt keine Hürde mehr. Sein Vokabular wächst, und was mich fasziniert, ist, dass er neu gelernte Wörter sofort richtig beugt. Anfangs muss man mit Dragon üben, mit ihm zusammen trainieren. Danach nimmt das (Über)Arbeiten genauso viel Zeit in Anspruch, wie man es vom Tippen gewohnt war. Ich schätze, ich selbst bin tatsächlich schneller, wenn ich per Sprache korrigiere. Ganze Absätze schreibe ich manuell trotzdem gern noch einmal neu, einfach, weil es zwischendurch mal Spaß macht.

Fazit:

Wer gern kritzelt, seinen Text handschriftlich fertigt oder gar am Stehpult mit einer Feder schreibt, der sollte sich Dragon erst anschauen und ausprobieren. Ich will ihn nicht mehr missen. Über viele Prozesse beim Schreiben bin ich mir bewusst geworden. Der größte Pluspunkt für mich ist bisher, dass ich einen Satz schneller oder besser auf seine „Qualität“ prüfen kann, wenn ich ihn ausspreche. Also dieses „Nee, das klingt blöd.“, ihr wusst schon. Diese Erkenntnis ist sogar wichtiger als das höhere Tempo, das Dragon liefert. Ich gebe außerdem zu, dass es toll ist, auch mal im Liegen zu „schreiben“, oder in meinen Lieblingssessel gefläzt.

An dieser Stelle möchte ich der Twitter-Autorengesellschaft danken, besonders Katrin Ils, für die Tipps zu Dragon!

sdr

 

Vom Backen.

Komischer Titel, denkt ihr. Ich will ihn erklären:

In meinen Geschichten spielt das Essen meist eine wichtige Rolle. Gemeinsame Mahlzeiten, kulinarische Vorlieben, kochen und … besonders backen. Man könnte auch sagen, ich erzähle gern über den Menschen und seine Genusssucht.

Das Backen ist etwas, was am meisten vorkommt in den Büchern und Novellen, die ich schreibe. Ich selbst backe gern. Im Grunde genommen ist es wie Schreiben: Man darf mit den Zutaten experimentieren, solange man Geschmack und Ergebnis nicht verfälscht. Meine Figuren lasse ich backen, da der Leser sie auf eine besondere Art kennenlernt: Backen sie nach Rezept, improvisieren sie gern, benutzen sie eine Maschine oder machen sich gern schmutzig? Sind sie dabei gern in Gesellschaft oder allein? Ich finde, Backen ist eine ganz hervorragende Art von Show 😉

Überhaupt das Handwerk, findet ihr nicht? Wie jemand werkelt, sagt einiges über ihn aus. Macht er Skizzen, arbeitet er sorgfältig, ist er schludrig, wie sieht der Arbeitsplatz danach aus? Materialien kann man wunderbar symbolisch einsetzen: Holz ist warm und anschmiegsam, Metall kalt und unnachgiebig. Ton braucht liebevolle Konsequenz, Weideflechten kontinuierliches Arbeiten. Beide Handwerke zeigen ebenfalls Nähe zur Natur. Auch mag ich Dialoge, die während der körperlichen Arbeit geführt werden.

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In „Das Flüstern der Pappeln“ ist das Kuchenbacken präsent, ebenfalls bringen die Ergebnisse regelmäßig Familie an einen Tisch, auch wenn sich Tochter und Mutter lieber aus dem Weg gehen. Essen verbindet also. Besonders Kuchen, wie ich finde, da er meist mit einer besonderen Hingabe bereitet wird, oft auch aus Leidenschaft. Er enthält Früchte, Nüsse oder Schoklade, Zutaten, die sinnlich sind. Lade ich jemanden zum Kuchenessen ein, ist das ein Zeichen. Ein besonders warmes Lächeln, ein Kuss aus Mehl und Zucker.

In meiner aktuell abgeschlossenen Novelle spielt das Zubereiten von Kuchen eine sehr große Rolle, und im aktuellen Projekt ebenfalls. Beides aus unterschiedlichen Gründen. Vielleicht habe ich irgendwann die Nase voll davon. Oder der Leser. Ich hoffe jedoch, nicht.

 

 

Schreiburlaub

Ich war noch nie im Urlaub, um zu schreiben. Was ja an sich schon seltsam klingt: Schreiburlaub. Wenn man schreibt, ist es kein Urlaub, da Schreiben Arbeit ist. Mir gefällt das Wort dennoch. (Mehr) Geld verdiene ich mit dem anderen Beruf, und da das Schreiben etwas ist, was ich immer machen will – beinahe jeden Tag -, mir aber die Zeit und Energie neben dem Brotjob fehlt, liegt es nahe, im Urlaub eben dieser Tätigkeit nachzukommen.

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Das Ferienhaus hatte Lage und Ausstattung, dass alle Familienmitglieder sich ausgiebig mit dem beschäftigen konnten, was ihnen am Herzen liegt. Natürlich wollten wir auch Land und Leute sehen, Ausflüge machen und so weiter. Das haben wir. Im Schnitt blieb ein halber Tag zur freien Gestaltung übrig. Für mich hieß das: Ran an die Tasten.

Tja, da saß ich nun vor meinem Laptop. Schön hatte ich ihn mir ausgemalt, meinen Schreiburlaub. Man hört von Autoren die tollsten Geschichten und sieht die prächtigsten Bilder: Sie schreiben am Meer, tippen im Café, sitzen draußen und fangen ihre Geschichten ein. Ich konnte das noch nie gut. Ich bin ein Daheimschreiber. Nun gut. Egal. Schreiben ist schreiben, dachte ich mir. Ich hatte Pläne, ich hatte eine Liste. Dutzende angefangene Texte wollte ich bearbeiten, korrigieren, beenden. Also diese Phase des Schreibens, die am meisten nervt. Die, die nach nichts aussieht und dabei die meiste Arbeit, Anstrengung kostet. Die, vor der ich mich am meisten drücke. Vielleicht kann ich sie gut abarbeiten mit Blicken auf rauschende Bäume, dem Kreischen der Möwen und einem Sonnenuntergang, der sich auf dem Wasser spiegelt?

Nein. Das wird euch sicher nicht überraschen. Mich auch nicht 🙂 Nichts von meiner Liste habe ich geschafft. Es kamen nämlich ein paar Dinge dazu, mit denen ich hätte rechnen müssen. Erstens war das das konzentrierte Arbeiten. Ich habe lange nicht mehr am Stück geschrieben. Seit ich wieder mehr im Brotjob unterwegs bin, ist kein Raum mehr für das kontinuierliche Schreiben. Mir fehlt die Energie.

Zweitens, und das ist ein ganz wunderbarer Punkt: Inspiration. Ich preise doch immer das Reisen! Land und Landschaft, Bäume und Wasser und die Menschen und ihre Geschichten! Wie komme ich darauf, dass mich ein Ort mit Häfen, bunten Städten, Moor und Wald nicht völlig einnimmt? Also ließ ich meine Listen und Pläne links liegen und schrieb drauf los. Hach, ein Kribbeln!

Der Schreiburlaub war also anders als geplant. Das manische Schreiben kehrte zurück. Ich genoss es, doch auch zeigte es mir seine quälenden Seiten: Nackenschmerzen, Augentrockenheit, mangelnde Bewegung. Dem muss man Spazierengehen entgegensetzen, joggen oder schwimmen. Das hatte ich beinahe vergessen, obwohl mich das manische Schreiben viele Jahre begleitet hat. Und wenn ich den Brotjob irgendwann kürzen werde und das berufliche Schreiben ausdehnen werde, werde ich auch wieder kontinuierlicher und disziplinierter schreiben müssen. Es war gut und wichtig, mich daran zu erinnern.

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Das Moor. Falls ihr Inspiration sucht, sucht das Moor heim! Oder lasst euch heimsuchen …

Neue Bücher!

Inzwischen sind es zwei neue Werke, von denen ich euch erzählen kann! Das eine ist eine Anthologie, in der eine Kurzgeschichte von mir veröffentlicht wurde. Erinnert ihr euch an die Sehnsuchtsfluchten, die Kurzgeschichtensammlung, die ich gemeinsam mit der wundervollen Nika Sachs herausbrachte? Nun, die Autoren, die an diesem Werk, welches als ein Projekt startete, beiteiligt waren, wünschten sich eine Forsetzung. Genau wie ich. Die Zusammenarbeit war und ist wundervoll, wir alle lernen voneinander, fordern und fördern uns gegenseitig. Den Nachfolger brachten Magret Kindermann und Wiebke Tillenburg heraus. Das Thema war: Briefe. Was dabei herausgekommen ist, wie jeder Autor seine eigene Geschichte aus dieser Vorgabe schuf und wie unterschiedlich diese geworden sind, erfahrt ihr hier. Besonders stolz sind wir auf die begeisterten Leserstimmen und einen Platz 5 in der Bestsellerliste von TWENTYSIX!

Briefe aus dem Sturm

 

 

 

Hier geht’s zum TWENTYSIX-Shop. Das Buch könnt ihr natürlich auch überall anders erwerben.

 

 

 

Das zweite Buch ist ein ganz besonderes Werk für mich, denn es hat mich sehr viel Kraft und Mühe gekostet, es zu schreiben. In einem gesonderten Beitrag werde ich noch darauf eingehen. Ich freue mich, dass die Novelle bereits viele Leser gefunden hat!

Dein Paradies wächst

 

 

 

 

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Ich freue mich über jeden Leser, ganz besonders, weil die Kurzgeschichten und die Novellen meine liebsten Werke in der Literatur sind. Sie verdienen mehr Leser!

Ich wünsche euch viel Freude mit diesen Werken! Ich selbst freue mich natürlich wie immer über eure Meinungen …

Es ist …

vollbracht.

Es muss im Juni 2016 gewesen gewesen sein, als ich euch das erste Mal von Nathen berichtete. Eine Geschichte, die von etwas erzählt, was mich schon seit einer langen Zeit beschäftigt. Das Genre festzulegen, fiel mir immer schwer. Fantasy, Horror, Entwicklung. Wichtig ist mir die Grundaussage, so wie eigentlich immer. Der Kern einer Geschichte, die Figuren, und wie sie sich rund um diesen Kern entwicklen, sind viel wichtiger als die Suche nach dem Genre.

Vor einer Woche habe ich Nathen beendet. Mit über 100000 Worten ist es mein bisher größtes Projekt. Einigen von euch mag das nicht viel vorkommen, für mich hingegen ist es das. Ihr wisst ja, dass ich kurze Texte bevorzuge, und das betrifft sowohl das Schreiben als auch das Lesen. Ich bin also gleichermaßen stolz und erschöpft 😉

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Nun geht es in die Phase des Überarbeitens. Pünktlich zum Abschluss dieses großen Projektes haben sich zwei neue Ideen angemeldet, mal sehen, welche von beiden sich vordrängelt. Da ich auch gern parallel schreibe, denke ich, ich werde mich vielleicht gar nicht entscheiden müssen 😉

Ich möchte ebenfalls verkünden, dass es bald etwas Neues von mir zu lesen geben wird. Wird auch mal Zeit, sagt ihr? Sehe ich genauso! Zum einen handelt es sich um eine Kurzgeschichte in einer Anthologie, zum anderen um eine Novelle. Sehr bald werde ich euch mehr davon berichten. Ich freue mich!

Seid lieb gegrüßt und genießt den Mai!

Welten …

… in Welten in Welten.

Oh, wie ich Welten liebe! Man lebt in ihnen, man stirbt in ihnen. Man liebt und leidet und fliegt und fällt. Letztens fragte ich mal auf Twitter, ob man Geschichten für sich selbst schreibt und bekam darauf sehr interessante und inspirierende Antworten. Diese führten wiederum zu der Frage, warum ich schreibe.

Ja, es gibt unheimliche viele Dinge, die mich bewegen und über die ich mir Gedanken mache. Diese Gedanken möchte ich mit der Welt teilen. Sie in eine Geschichte zu verpacken, erscheint mir als eine der hübschesten Möglichkeiten hierfür. In den letzten Monaten schrieb ich alle dieser Ideen nieder. Ja, alle. Ich habe mich dagegen entschieden, zu warten. Wenn eine Geschichte schreit, hole ich sie ab. Wird sie leiser, muss sie warten. Erst wenn sie sich wieder rührt, kümmere ich mich erneut um sie. Das ist eine sehr gewagte Art und Weise, zu schreiben, ich weiß. Ich habe ein ganzes Jahr dadurch verloren, mir ein System zu suchen. Es war ein schlimmes Schreibjahr. Und nun, da ich wieder parallel nach lauter und leisenden Stimmen schreibe, schreibe ich überhaupt wieder. Hach.

Natürlich hat diese „Technik“ viele Nachteile. Einer davon ist, dass viele Ideen als Geschichten beginnen und dann verstummen. Weil sie eben Ideen sind und keine Erzählungen. Ich nenne sie Puzzleteile. Was, wenn ich diese Puzzleteile miteinander verbinde, fragte ich mich eines schönen Tages. Natürlich müssen da einige Kniffe her, damit es funktionert. Ich schrieb eine Novelle, in der ich zwei Ideen ineinander puzzelte, eine große und eine kleine. Das war toll! Bei meinem aktuellen Projekt, ebenfalls eine Novelle, sind es mehrere Puzzleteile, alle etwa gleich bedeutend. Oh Oh, dachte ich. Das gelingt niemals. Es fehlte mir ein passender Einstieg. Ich wollte das Projekt zur Seite legen, und dann … geschah es! Ich hatte eine Idee. Diese war so mächtig, dass ich sie am liebsten als großes Projekt angelegt hätte. Doch ich entschied mich, sie als Einstieg für mein großes Puzzle zu nutzen. Zu opfern, könnte man ebenfalls sagen. Und es funktioniert. Es funktioniert so gut, dass ich das manische Schreiben wieder entdeckt habe. Das ist natürlich Unsinn. Die Manie hat mich wieder entdeckt. Das Puzzle wächst und wächst …

Was dabei herauskommen wird, wird eine Welt in einer Welt in einer Welt sein. Wieviele Welten, ist ungewiss, da ich die Anzahl der Puzzleteile jetzt noch nicht benennen kann. Ich webe weiter ein. Zudem bringt der Leser seine eigene Welten mit. Die Frage ist, sind diese Welten überhaupt gewünscht? Mag man Erzählungen, die sich wie Schachteln auftun und wieder neue Schachteln entdecken lässt? Ich mag es, sehr. Doch ich kann wie immer nur von mir sprechen. Darum ist das mein Experiment. Das Welten-Experiment. Seid dabei, wenn ich es präsentiere. Das würde mich sehr freuen!

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Test Test Test

-Lesen!

Ich wünsche euch einen tollen Start ins Jahr 2018! Ich habe beschlossen, mich nicht an Vorsätzen entlangzuhangeln, sondern mich auf auf die Highlights zu freuen. Da wären zum Beispiel die Buchmesse Leipzig im März, Maifeld Derby im Juni, der Sommerurlaub in Schottland/Dänemark oder Norwegen und die Buchmesse in Frankfurt. Ui, eine Menge, nicht wahr? Überhaupt bin ich für mehr Highlights, sie müssen ja nicht das Ausmaß einer Messe haben. Wie wäre es mit Blumen pflanzen, eigenes Gemüse ernten, tanzen gehen, einen Hund streicheln, die Küste aufsuchen oder … ähem ein Buch schreiben?

Und schon bin ich beim Thema. Ich erkenne einen Zaunpfahl, wenn er auf mich zukommt, und die liebe Magret hat einen ganzen Vorgarten geschwungen. Ich sollte mehr bloggen. Ja. Ich will.

Zurzeit bin ich viel mit Testlesen beschäftigt. Als ich für den Nachfolger der Anthologie „Sehnsuchtsfluchten“ einen Text einreichte, hatte ich das Gefühl, noch nie so gut oder zufrieden gewesen zu sein. Es gibt einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Aussagen. Das Testlesen könnte man ein wenig mit Abteilungsreiten vergleichen. Ruft der Trainer Deinem Vorreiter etwas zu, prüfe, ob Du selbst diese Anweisung einhältst. Sind Deine Fersen unten, zeigen die Zehen zu Pferd, blickst du in Laufrichtung? Wenn ich einen Kommentar in das Manuskript setze, welches ich lese, frage ich mich, ob ich mich selbst daran halte. „Aber“ nach dem Komma finde ich hässlich? Warum zum Teufel schreibe ich das dann selbst? Einen Dialog mag ich nicht zerrissen haben durch endlos eingefügte Nebensätze nach der wörtlichen Rede? Dann sollte ich sie selbst knapp halten, oder? Einer meiner schlimmsten Hasslieben: Wiederholungen. Warum fällt es nur auf, wenn man andere Texte liest, dass man ständig bestimmte Adjektive verwendet? Also fing ich an, darauf zu achten. Inzwischen gebe ich meine Lieblingswörter zur Suche ein und bin dann erstmal sprachlos. Auch ich bin ein Wiederholungstäter!

Vielleicht ist das alles für euch selbstverständlich. Theoretisch war es das für mich auch, doch ich bin ein Praktiker. Ich muss alles selbst erfahren/erleben und die Konsequenzen spüren, damit ich es langhaltig umsetzen und ändern kann. Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich mich bei den Autoren bedanken muss, die mir ihr Manuskript zum Testlesen anvertrauen. Danke, liebe Autorenfreunde!

Ein Danke auch an meine treuen Blogleser. Ich freue mich über jeden Besuch und natürlich Kommentar von euch! Welches sind denn eure Highlights in diesem jungen Jahr?

 

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